Detektei für Stuttgart

Ermittlungen der Detektei für Stuttgart

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Müll ist ein teures Vergnügen

Geld stinkt nicht – pecunia non olet

„So ein verdammter Dreck!“ schallte es laut und vernehmlich aus der Fahrerkabine des schwer beladenen Müllwagens, und man konnte Jonas, der heute „auf dem Bock“ sass, seinen Zorn anmerken. Es war aber auch wirklich nicht mehr zu ertragen! Seit fünf Wochen lag - mal hier, mal da - der Inhalt der vollen und zur Leerung am Strassenrand aufgereihten Mülltonnen auf der Fahrbahn, immer in der Nacht ausgekippt. Heute Nacht hatte es sogar ein wenig geschneit, der hässliche Müll war wie mit Puderzucker bedeckt und sah sogar noch ganz nett aus. Aber der Müll war angefroren, und es war umso mühsamer, das Zeug wieder einzusammeln. 
 
Aber, ganz von Anfang an. Die Müllabfuhr war in Privathand übertragen worden. Und angesichts der vielen Bewerber um diesen Auftrag schlich sich bei den Bürgern der Stadt der Verdacht ein, dass mit Müll und Abfall doch viel Geld zu verdienen sein könnte…  Es war eine neue Ausschreibung herausgekommen, und alles sah danach aus, dass die bisherige Entsorgungs-Firma den Auftrag verlieren würde – sie war deutlich im Preis unterboten worden. Aber so läuft das eben  - heute gewinnt Unternehmer A in C-Stadt, morgen der Unternehmer B in Z-Stadt – und wenn man sich vor Augen führt, dass diese Unternehmen vielfach unter der Oberfläche miteinander verflochten sind  -  wer soll da noch verstehen, wo letztenendes der „Reibach“ gemacht wird?

Jonas, der heute den Müllwagen fuhr, hatte konkret Angst um seinen Job. Denn, wenn die Firma diesen großen Kunden ersatzlos verlor, dann musste er sich dringend um einen anderen Arbeitsplatz umschauen, er überlegte sogar, den Busführerschein zu machen und Linienbusse zu fahren. Es war ja schliesslich egal, was er tat… - getreu dem Wahlspruch bei der Müllabfuhr: „Geld stinkt nicht“ – Hauptsache, es kommt was rein!

Aber, wer kippte denn nachts die Mülltonnen auf der Strasse aus? Die Kosten waren enorm, diese Müllhaufen von Hand in offene Lastwagen einzuschaufeln und zur separaten Deponie zu fahren – denn die neue Verbrennungsanlage liess sich nicht so einfach vom LKW aus beschicken. Die Polizei hatte stets nur Ärger gemacht und darauf gedrängt, dass der Müll schnellstens von der Strasse verschwand – „Verkehrsbehinderung“ sei das. Und die Entsorgungsfirma musste in den sauren Apfel beissen und die Abfälle beseitigen, und danach auch noch die Strasse reinigen. Wie gesagt: ein teurer Spass!

Diese Sachen passierten immer dienstags morgens – aber nie im gleichen Stadtteil. Mal in der vornehmen Villengegend, dann in der etwas weniger reichen Gegend, wo die Hochhäuser standen – oh, was waren das für Müllberge, die dann zusammengekehrt werden mussten! Es war übrigens ganz interessant mal zu vergleichen, was die reichen und die weniger reichen Bürger so alles wegwarfen…..!

Der Geschäftsführer der Entsorgungsfirma wusste sich keinen Rat mehr und rief uns, die Alpha Detective, um Hilfe. Ein harter Brocken, denn wie sollten wir vorausahnen, an welcher Strasse die „Mülljungs“ jetzt wieder zuschlagen würden!

Also, wir  begannen mit den üblichen Recherchen – ein Stadtplan im Großformat kam an die Wand im Büro, bunte Fähnchen wurden gesteckt, um die betroffenen Stadteile zu markieren – vielleicht half das ja weiter. Dann interviewten wir den Personalchef – nicht, weil wir ihn im Verdacht hatten, sondern weil wir wissen wollten, ob bei den Mitarbeitern irgendwas im Argen lag. Er hatte keine Idee.

Dann sprachen wir selbst mit den Mitarbeitern. Und wir erfuhren, dass der mögliche Verlust des Auftrags mit dem befürchteten Verlust der Arbeitsplätze allen große Sorgen machte.
Gut, aber deshalb kippt doch niemand nachts Mülltonnen auf der Strasse aus…!
Die Konkurrenz? Wohl kaum, denn die hatten doch gute Chancen, den Auftrag zu kriegen – und wenn rauskäme, dass diese Firma hinter den nächtlichen Müllanschlägen steckte, dann wäre der Auftrag ganz sicher futsch.  

Einer der älteren Fahrer, Frantisek, ein besonnener und stiller Mann, der aus der Partnerstadt Brünn in Tschechien stammte, hatte offenbar viel mehr nachgedacht und beobachtet als alle anderen in der Firma. Er erzählte uns, dass die Firma vor einem halben Jahr zwei Leute fristlos gefeuert hatte, die als extrem unzuverlässig galten. Der eine der beiden wohnte in der Weststadt, der andere im Süden der Stadt, und beide waren miteinander befreundet gewesen. Was die beiden heute machten – das wusste er nicht. Aber sie hatten, als die Kündigungen ausgesprochen worden waren, laut schimpfend Rache geschworen…

Wir also gingen wieder zum Personalchef und liessen uns die Adressen dieser beiden Männer geben.

Der Rest ist schnell erzählt: ja, die beiden Männer wohnten noch immer in den angegebenen Wohnungen, und unsere Ermittler bezogen Stellung in der Nähe der beiden Wohnungen – vernünftigerweise an einem Montagabend. Die Nacht verging und nichts passierte. Aber, wir geben ja nicht so schnell auf. Am darauf folgenden Montag legten wir uns wieder auf die Lauer, und siehe da – gegen 4 Uhr morgens führ bei dem einen, in der Weststadt, der ehemalige Kollege aus der Südstadt vor, wir kannten natürlich sein Fahrzeugkennzeichen. Der andere Mann hatte ihn offenbar schon erwartet, er stieg in sein Auto, und los ging die Fahrt. Unser Ermittler folgte unauffällig und in großem Abstand, was übrigens nachts um 4 Uhr gar nicht so einfach ist…! 

Und dann hatten wir sie: in einer stillen Seitenstrasse stellten sie ihr Auto ab und begannen ihre unrühmliche Tätigkeit: sie trugen langsam und leise, eine nach der anderen, die Mülltonnen vom Strassenrand auf die Strassenmitte, legten sie dort zunächst nieder und kippten sie dann sehr vorsichtig und ganz langsam aus – es sollte ja kein Lärm entstehen. Man konnte merken: das waren echte Müllprofis! Innerhalb weniger Minuten hatten sie ungefähr 20 Mülltonnen ausgeleert und einen stinkenden Abfallberg auf der Strasse angehäuft. Dann sprinteten sie wieder in ihr Auto und fuhren los. Wir hatten natürlich unsere Fotos und Videoaufnahmen gemacht, alles war gerichtsverwertbar – wir brauchten ihnen nicht einmal zu folgen.

Vor Gericht sagten sie später aus, sie hätten Rache wegen der von ihnen als ungerecht angesehenen Kündigung nehmen wollen. Der Richter fragte sie, warum sie denn damals nicht gegen die Kündigung geklagt hätten - aber darauf wussten sie nichts zu antworten.

Die Strafe kam sie teuer zu stehen, und an dem Schadenersatz, den sie ihrem ehemaligen Arbeitgeber zu zahlen haben, werden die beiden ihr Leben lang knabbern.

* Anrufweiterleitung zur zentralen Einsatzleitung nach Nürnberg.
Wir weisen darauf hin, dass wir nicht in allen Städten in denen wir tätig sind Büros betreiben. Das Büro unserer zentralen Einsatzleitung befindet sich in Nürnberg.

 
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