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Rennpferde brauchen viel Pflege und ZuwendungTrier ist die älteste von Römern gegründete deutsche Siedlung, die Stadtrechte hatte – im Gegensatz zu anderen römischen Siedlungen nördlich der Alpen ein bemerkenswerter Unterschied. Aber es kommt noch besser: angeblich ist Trier sogar um 1.300 Jahre älter als – Rom! Das hören Römer zwar nicht gern, ihnen ist das aber auch ziemlich egal – die Römer sind zu stolz auf die größere Bedeutung, die zweifellos Rom gehabt hat. In Trier wohnte der Rennstallbesitzer V., der seine Pferde regelmäßig an den normalerweise drei jährlich stattfindenden Pferderennen in Iffezheim bei Baden-Baden teilnehmen liess. Es geht schliesslich um viel Geld, und das Interesse am Grossen Preis von Baden – und an dem Preisgeld - ist berechtigt, zumal dann, wenn man sich Chancen auf den Sieg ausrechnet. Herr V. war aktiv im Weingeschäft – Trier ist ein bedeutender Handelsplatz für die Moselweine, und er hatte ziemlich viel Geld damit verdient. Das wollte er nun auf spannende Weise vermehren – eben beim Pferderennen. Sicherer wäre es zwar auf andere Weise zu vermehren gewesen, aber Herr V. hatte als Wahlspruch „no risk, no fun!“ Seine Pferde standen in Iffezheim in einem gemieteten Stall, und er hatte einen ehemaligen Jockey, der inzwischen etwas in die Jahre gekommen und zu schwer geworden war, dass er keine Rennen mehr reiten durfte, mit der Pflege beauftragt. Dafür zahlte Herr V. ihm einen stolzen monatlichen Betrag. Wir kamen in das Umfeld hinein, weil uns Herr V. eines Tages anrief und uns um unseren Besuch bat. Er teilte uns mit, und er war immer noch sichtlich aufgebracht, dass ihm sein Pferdepfleger am Vortag telefonisch mitgeteilt hatte, dass das beste gesetzte Pferd in Iffezheim, ein teurer Vollblüter, habe eingeschläfert werden müssen. Der Tierarzt habe ihm keine weitere Diagnose mitgeteilt, sondern habe nur sehr schnell notwendigen Massnahmen getroffen, das Tier zu erlösen. Herr V. konnte sich aus beruflichen Gründen nicht selbst drum kümmern und nach Baden-Baden fahren, zumal die Klärung dieser Sache eine längere Geschichte werden würde. Er hatte sich aber schon länger über das unklare Umfeld gewundert und wollte endlich Klarheit. Der Jockey in Iffezheim hatte ihm ausserdem mitgeteilt, dass er allmählich so überlastet sei, und dass er dringend Unterstützung brauche… Herr V. wusste genau, wie die „Unterstützung“ aussehen sollte – er sollte eigentlich nur mehr Geld lockermachen, dann würde der gute Mann die Belastung plötzlich wieder ertragen können. Also erteilte Herr V., der Rennstallbesitzer, uns den Auftrag, diese Angelegenheit ein für allemal aufzuklären. Wir hatten einen erfahrenen Pferdekenner im Kreis unserer Ermittler: Hans - er war ein Bauernsohn, der früher sogar selbst auf kleineren Rennplätzen Rennen geritten hatte. Es war so gekommen, wie so oft: das Hofgebäude musste im Rahmen einer Flurbereinigung einer Autobahn weichen, die Landwirtschaft lohnte sich so wie so nicht so recht mehr, also war er Polizeibeamter geworden. Später bekam er aber die Verantwortung für die Pferdestaffeln des ganzen Regierungsbezirks übertragen – er hatte also gehörigen Pferdeverstand. Inzwischen pensioniert, war er zu uns, den Alpha-Detectiven, gekommen. Und er war der bestgeeignete Mann für diese knifflige Aufgabe. Hans sollte dem Ex-Jockey als „Assistent“ zur Seite gestellt werden, und der Jockey würde schon erkennen, dass er gegenüber dem erfahrenen Senior nicht den Chef herauskehren dürfe. Hans freute sich auf die Aufgabe, denn er lebte gern mal für einige Zeit wieder mit Pferden und auf der Pferderennbahn. Nun, die Geschichte ist schnell erzählt: der ehemalige Jockey war ein Schlitzohr. Weil die Besuche seines Auftraggebers aus Trier relativ selten geworden waren, war er nachlässig geworden. Er hatte zusätzlich einen anderen Auftrag übernommen: er sollte die Pferde auch für einen anderen Rennstall betreuen – kein Wunder, dass er Unterstützung haben wollte. Der andere Auftraggeber war sehr viel strenger als Herr V. aus Trier, und so geriet der unredliche Jockey wirklich ins Schleudern. Er hatte indirekt den Tod des edlen Araberpferdes verschuldet, denn er hatte nicht genau hingeschaut und somit auch nicht gemerkt, dass das Pferd krank geworden war – den Tierarzt hatte er viel zu spät dazu gerufen. Das und die anderen Details erfuhr Hans vom Tierarzt, den er natürlich sofort nach seiner Ankunft in Iffezheim aufsuchte. Dem behandelnden Tierarzt war gar keine andere Wahl geblieben, als das teure Pferd zu töten. Hans bat den Tierarzt im Vertrauen, ihm einen Bericht, den er über diese Vorkommnisse an Herrn V. verfassen müsse, als richtig abzuzeichnen – er verriet natürlich nicht, dass er ein Detektiv im Einsatz war. Er hatte dem Veterinär allerdings sehr wohl im Laufe ihrer Unterhaltungen mal mitgeteilt, dass er ein ehemaliger Polizeioffizier sei – was nun der kluge Arzt mit dieser Information anfangen würde – wer weiss das schon? Der Arzt zeichnete diesen Bericht ab, und Hans telefonierte danach unverzüglich mit Herrn V. in Trier – der sich nun doch selbst auf den Weg nach Iffezheim machen konnte. Das Gespräch mit dem Jockey verlief sehr unerfreulich für alle Beteiligten – der Jockey wurde natürlich fristlos gefeuert. Herr V. sah sich alles im Detail an, und er beschloss, seine Pferde aufzugeben – es war ihm aus der Entfernung und angesichts der wenigen freien Zeit, die ihm für die Pferde verblieb, nicht mehr möglich, sich so zu bekümmern, wie er es eigentlich gewollt hätte. Deshalb sah er auch von einer Strafanzeige gegen den Jockey ab – es war ja viel mehr sein eigener Fehler gewesen, dass er den Jockey nicht besser beaufsichtigt hatte. Der Tierarzt war ihm beim Verkauf der Pferde behilflich, und mit ein wenig Wehmut beschloss Herr V., sich erst wieder dann um Rennpferde zu kümmern, wenn er auch die Zeit dazu hätte. Und – um ganz ehrlich zu sein: so, wie Herr V. das Renngeschäft betrieben hatte, musste er jeden Monat einen Haufen Geld mitbringen – und das war ihm allmählich zu teuer geworden. * Anrufweiterleitung zur zentralen Einsatzleitung nach Nürnberg. Wir weisen darauf hin, dass wir nicht in allen Städten in denen wir tätig sind Büros betreiben. Das Büro unserer zentralen Einsatzleitung befindet sich in Nürnberg. |
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