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K. stand auf dem Namensschild. Der Chemiker Dr. K. war soeben in den Altersruhestand eingetreten, und er hatte eine gehörige Abfindung von seiner Firma bekommen – soviel wusste Herr H., der noch einmal auf seine goldene Armbanduhr schaute. Die Uhr war übrigens echt, keine wertlose „China-Fälschung“! Die Information über die Abfindung hatte er von einem „Vertrauensmann“ in der Firma, bei der Dr. K. beschäftigt gewesen war – auch, wenn das nicht ganz legal war, so half es aber Herrn H., an Kunden heranzukommen! Solvente Kunden mussten es sein, und ein wenig leichtgläubig sollten sie auch sein – so hatte er es gern – denn Herr H. war ein „Haifisch“, der Anleger zu fangen versuchte. Dr. K. hatte erst nach gehörigem Drängen von Herrn H. diesen Besuchstermin akzeptiert, und nun waren beide gespannt, was wohl passieren würde. Herr H. wollte Dr. K. einige Anlagen verkaufen, bei denen die Renditen unglaublich gut waren – nun, zugegeben, es klappte nicht in allen Fällen mit den Erlösen, aber manchmal doch… Dr. K. war – angeblich – etwas naiv – ein versponnener Wissenschaftler eben. Da sollte es doch möglich sein, ihm etwas von der schönen Abfindung abzuluchsen…! Herr H., in seinem eleganten Anzug, die Designerbrille auf der Nase, nahm im gemütlichen Wohnzimmer bei Dr. K. im Sessel Platz. Ohne Umschweife legte er seine Hochglanzprospekte auf den Tisch, und schlug einen schmalen Hefter auf, aus dem er sogleich zu dozieren begann: Termingeschäfte, Windkraftfonds, Venture-Kapital - Projekte seien ja die gerade höchst profitablen Anlagen, die in jeder Wirtschaftszeitung und in jedem Börsenbericht ausführlich erwähnt würden – das trug er dem staunenden Dr. K. vor.. Aber, was er, Herr H., gerade in seinem Portefolio hatte, das sei wirklich das Beste vom Besten: Verdopplung des eingesetzten Kapitals binnen 4 Wochen! Und wenn Dr. K. sehr mutig wäre, und ihm, dem Herrn H., das Kapital noch für eine weitere Woche überlassen würde, dann würde er ihm den zu zahlenden Steueranteil dafür noch dazuverdienen – also noch einmal schlappe 50% oder so. „Ha, ha, ha, nicht wahr?“ Die so gewaltig prosperierende Firmengruppe, die diese Renditen erschaffen würde, bestehe aus kleinen Softwareherstellern, die aber enorme Wachstums- und Profitraten aufweisen, aber auch aus ein paar Krebsfarmen in Neuseeland und anderen Herstellern ähnlicher Produkte. Dr. K. war vielleicht zwar etwas naiv, aber er war nicht blöd. Er erbat sich Bedenkzeit von zwei Tagen, und Herr H. ging etwas brummig davon – sein Erfolgsrezept hatte hier nicht funktioniert: er schaffte es normalerweise in fast allen Fällen, seine Kunden – „Opfer“ wäre der passendere Ausdruck - noch während der ersten Sitzung zur Unterschrift zu überreden… Die Unterlagen brachte Dr. K. noch am gleichen Tag zu uns in das Büro der Alpha Detective. Wir sahen uns interessiert an, was in den Prospekten stand, und ein erstes Indiz fanden wir schnell: die größte der angebotenen Firmen war noch nicht einmal börsennotiert, und die übrigen Firmen waren in keinem Internet-Verzeichnis vermerkt – selbst in unseren Spezialdateien nicht. Wir baten Herrn Dr. K., den Herrn H. auf dem Mobiltelefon anzurufen und ihn zu bitten, zur Beantwortung einiger Fragen kurz noch einmal zu ihm zu kommen – wo wir uns im Hinterhalt auf die Lauer legen und ein paar Fotos machen wollten. Es klappte: Herr H. kam, und wir fotografierten ihn und das Auto von allen Seiten – aus dem Hinterhalt. Bei entsprechenden Nachfragen stellte sich heraus, dass das Auto einer Leasingfirma gehörte, und auf den Namen des Herrn H. gemietet worden war. Als wir den Verleihern ein Foto das Herrn H. zeigten, stellte sich heraus, dass es offenbar ein ganz anderer Mann gewesen war, der untern dem Familiennamen H. ein Auto gemietet hatte. Mysteriös - die Angelegenheit! Nach Abschluss unserer Ermittlungen – es musste ja nun alles sehr schnell gehen - fertigten wir für Herrn Dr. K. einen umfassenden Bericht an. Damit ging er zur Polizei, um gegen Herrn H. seine Anzeige wegen des versuchten Anlagebetrugs zu erstatten. Diese Informationen wurden wie eine Sensation in der zuständigen Abteilung bei der Kriminalpolizei herumgereicht: endlich hatte man einen dieser Haifische gefunden!, während gleichzeitig ein Einsatzwagen losgeschickt wurde, Herrn H. zu suchen und herzubringen. Als die Ermittlungen abgeschlossen waren, lautete die Anklage, dass Herr H. ein skrupelloser Anlagebetrüger war, dessen Spezialität es war, durch überzeugendes Auftreten gutgläubigen Kunden - ohne deren Gegenwehr - das Geld aus der Tasche zu ziehen und dann auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Er hatte bereits mehrere Millionen Euro bei ahnungslosen Bürgern „abgeholt“, und das Geld war unauffindbar. Hätte Dr. K. ihm nur ein paar Tausend Euros überlassen, wäre er nie in unsere Falle getappt. Getrieben von dem Motto: „Gier frisst Hirn!“ wollte Herr H. das Geld von Dr. K. doch auf jeden Fall noch mitnehmen! Mit vielen wechselnden Identitäten hatte er es bisher erfolgreich geschafft, möglichst wenige Spuren zu hinterlassen – aber diesmal hatte er seinen Meister gefunden – in der Person des etwas „naiven“ Herrn Dr. K.. Seine nachgewiesenen Betrügereien bescherten Herrn H. eine ausgedehnte Untersuchungshaft, und danach wurde er zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Aber, Herr H. ist nur einer dieser Gauner – und er hat sehr, sehr viele Vorläufer und Nachahmer, denen man noch das Handwerk legen muss! |






