Aufdecken von Schwarzarbeit und unerlaubter Nebentätigkeit

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Das Aufdecken von Schwarzarbeit mit gerichtsverwertbaren Beweisen

„Wo ist denn der Alfred?“ schallte es laut über den Betriebshof der großen Dachdeckerfirma in Dortmund, und es war unverkennbar der Senior, und alle, die ihn kannten, merkten an seiner wütenden Stimme, dass er kurz vor dem Explodieren war. So laut wurde der „Alte“ sonst fast nie, also musste was sehr Wichtiges los sein.

Es war zu Beginn des letzten Winters, und ein heftiger Sturm hatte in der vergangenen Nacht nicht nur gehörig in den Wäldern gewütet, er hatte auch in der Stadt einigen Schaden angerichtet, über den die Dachdeckerbetriebe einerseits ganz froh waren, denn es gab mal wieder richtig was zu tun. Aber, wenn es nicht immer dann alles auf einmal käme, so dass niemand ordentlich planen konnte. Aber, da es sich zumeist um Versicherungsfälle handelte, gab es andererseits auch keine langwierigen Diskussionen um den letzten Groschen (bei dem „Alten“ war so richtig immer noch nicht angekommen, dass es inzwischen den Euro gab, er redete immer noch von „Mark“ und „Groschen“ – obwohl: den „Groschen“ hatte es ja offiziell auch nicht zur D-Mark-Zeit gegeben – so wurde zwar das 10-Pfennig-Stück manchmal genannt, den Groschen aber gab es als offizielle Münze in Deutschland bereits seit 1871 nicht mehr!)

Dem „Alten“ war das jetzt absolut egal – er brauchte den Alfred, der sein „Altgeselle“ als Dachdeckerfachkraft war. Es hatte sich ein Kunde gemeldet, bei dem es gewaltig geknallt hatte, das halbe Dach war weggeflogen – und nun musste schnellstens geflickt und notdürftig gesichert werden. Und es war neuer, schwerer Schneefall angekündigt worden, und da wurde jede Hand gebraucht, um die teilweise abgedeckten Dächer zu sichern.

„Alfred!“ – so tönte es noch einmal – wie erwartet, wieder ohne Antwort.
Jeder wusste natürlich, wo Alfred war, auch der Alte wusste das!

Alfred kam aus dem Hochsauerland, dort bewirtschaftete seine Grossfamilie einen Milchhof und gleichzeitig – natürlich nur im Winter - ein lukratives Schigebiet. Da machte sich die Steilheit der Hänge, die sich bei der Landwirtschaft immer nur als erschwerend auswirkte, endlich mal bezahlt! Und da es im Sauerland in der Nacht kräftig geschneit hatte, war Alfred vermutlich die kurze Strecke - noch in der Nacht - „nach Hause“ gefahren sein, um dort zu helfen – so, wie das schon öfter passiert war.
Schliesslich musste der frische Schnee ordentlich geräumt und für die Schitouristen passend gemacht werden, und das geschah am besten, solange der Schnee frisch war.

Wie gesagt, es war nicht das erste Mal, dass Alfred auf diese Weise klammheimlich verschwunden war, und der Chef hatte ihm beim letzten Mal, als das passiert war, ganz massiv gedroht: „Wenn das noch einmal passiert, dass Du ohne Genehmigung einfach verschwindest, kriegst Du die Kündigung! Und das fristlos!“ – das hatte er in seinem Zorn noch nachgeschoben. Alfred hatte darüber nur gelacht – der „Alte“ konnte ihn ja gar nicht entbehren! Aber der Chef hatte ihm dieses Mal die Verwarnung auch schriftlich gegeben, und sie war ordnungsgemäß in seiner Personalakte abgelegt worden, nachdem Alfred sie durch seine Unterschrift zur Kenntnis genommen und den Rüffel anerkannt hatte.

Es war nur ein kurzer Anruf bei den Alpha Detectiven nötig, und unser Mitarbeiter war schon auf den verschneiten Strassen im Sauerland unterwegs, zum Hof von Alfreds Familie.

Er machte ein paar Fotos, in der schönen Wintersonne kam der blaue Himmel sehr verlockend und leuchtend heraus: Alfred war auf dem familieneigenen Schneepflug zu sehen, wie er die Schneemassen ordentlich zusammen schob – es war ein richtiges Starfoto. Alfred konnte hervorragend mit dem Radlader umgehen!

Der Vorwurf in dem Betrieb, in dem er hätte arbeiten sollen, umfasste nicht nur das unerlaubte Fehlen am Arbeitsplatz, sondern es ging auch darum, dass Alfred natürlich nicht daran dachte, sich unbezahlten Urlaub zu nehmen – er hätte den ja auch nie bekommen. Da er aber auf dem Hof seiner Familie arbeitete, konnte er ja auch nicht wirklich behaupten, er sei krank…

Unser Bericht mit den schönen Fotos aus der Winterlandschaft im Sonnenschein wirkte wie Öl ins Feuer bei dem Inhaber des Dachdeckerbetriebs. Alfreds reumütiges Geständnis, in dem er auch nichts beschönigte, half nichts mehr – der Zorn des „Alten“ war ungebrochen – und Alfred kriegte die Kündigung, wie angedroht.   

Alfred zog traurig davon. Diesmal hatte er zu hoch gepokert – und verloren. Den anderen Mitarbeitern im Dachdeckerbetrieb war das eine Lehre – sie merkten, dass der „Alte“ noch durchaus handlungsfähig war!

 
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