Aufklärung und Abwehr von Sabotage

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Nicht Ihr Produkt, sondern das gesamte Unternehmen ist in Gefahr - Aufklärung und Abwehr von Sabotage 

Das kleine Labor in der Flussniederung war in einem traurigen Zustand – die letzte Überschwemmung war um zwei Meter höher ausgefallen als alle Pessimisten angenommen hatten, und so hatte das Wasser etwa einen Meter hoch in den Laborräumen gestanden, die Schränke waren verdorben, deren Inhalt auch – und hätte der Inhaber und Chef-Chemiker Dr. F. nicht alle Daten auf seinem Rechner gehabt, wäre die Arbeit von drei Jahren verloren gewesen. Es war bekannt, dass die Erfinder in diesem Labor kurz vor einem bemerkenswerten Durchbruch standen, und die „Spione“ diskutierten schon darüber, dass diese Firma dann alle Sorgen los wäre. Das Labor arbeitete auf dem Gebiet der Solartechnik – und die Erzeugung alternativer Energie besass hohe Anziehungskraft. Die Neider waren auch nicht müde – und so mancher wünschte sich den geschickten Konkurrenten eigentlich dahin, wo der Pfeffer wächst.

Einer der ehemaligen Studienkollegen von Chef-Chemiker Dr. F. war eine verkrachte Existenz geworden – es war J.-P.  - er hatte inzwischen angefangen zu spielen, trank kräftig - er hatte den letzten Job wegen seiner Trunksucht verloren, er war – zusammengefasst – nicht gerade seriös zu nennen, und er neidete dem Laborchef seinen Erfolg von Herzen. Neid macht erfinderisch – und als der Überschwemmungsschaden beinahe dem Labor den Garaus gemacht hätte, wuchs in ihm ein teuflischer Plan. Nein, Wasser nicht noch einmal, wie sollte er das auch schaffen – aber Feuer würde doch ganze Arbeit leisten! Und mit Brandbeschleunigern kannte sich J.-P. gut aus! Also besorgte er sich die wirksamsten Bestandteile im Fachhandel. Was er nicht wusste: Dr. F. hatte davon Wind bekommen, dass J.-P. irgendwann im Suff schlimme Flüche gegen ihn ausgestoßen hatte – das bewirkte der Neid! Dr. F. wollte nach dem Wasserschaden nichts riskieren, sondern sicher gehen. Er kam zu uns und bat uns um unseren Schutz gegen den befürchteten Sabotageakt.

Wir machten einen Plan, verteilten die Wachen rund um die Uhr – unsere Leute, ausgebildete ehemalige Kriminalbeamte, aus dem Technikteam, mussten in einem baufälligen Anbau am Hauptgebäude ihr Lager aufschlagen – es durfte ja nichts auffallen. Und dann passierte, was wir erwartet hatten: gegen 2 Uhr morgens kam J.-P. mit seinem Auto, hatte die Scheinwerfer nicht angeschaltet, aber die Rollgeräusche des Fahrzeugs waren deutlich genug. Unsere drei Leute waren an ihrem Platz.

Sie schlichen sich aus dem Schuppen und folgten dem in einen schwarzen Parker und schwarze Jeans gekleideten Mann, zu allem Überfluss trug er eine schwarze Pudelmütze, was ihn schon sehr komisch, ja, lächerlich aussehen liess, Er war mit ein paar kleinen Flaschen des hochwirksamen Brandbeschleunigers in der Hand aus seinem alten Auto geklettert und schlich nun zum Haupttor des Labors. Um ihn auf frischer Tat zu schnappen, mussten unsere Leute ihn zumindest ein kleines bisschen gewähren lassen – also sahen sie sich zunächst einmal abwartend an, wie der Mann die Flaschen ausleerte und danach ein Feuerzeug aus der Tasche holte. Bevor er aber die Flamme zünden konnte, drehte ihm einer unserer Leute blitzschnell den Arm um, und J.-P. liess das Feuerzeug fallen.

Mit einer hochempfindlichen Filmkamera mit sehr lichtstarker Optik hatte einer unserer Leute die ganze Szene aufgenommen. Die Analyse der Flüssigkeit ergab zweifelsfrei, dass es sich um Brandbeschleuniger handelte. Alles das und die Aussagen unserer Leute vor der Staatsanwaltschaft machten das Paket komplett.
Die Anklage war gepfeffert, und das Urteil war gesalzen.

Dr. F. verkaufte seine Arbeit nicht an ein Großlabor, sondern er baute ein neues und viel größeres Forschungszentrum, aber das auf einem Gelände, das erheblich höher lag als sein erster kleiner Schuppen – zumindest würde an diesem Platz kein Hochwasser mehr Schaden anrichten können. Gegen Feuer kann man ja durchaus was machen…

 
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