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oder füllen Sie unser Kontaktformular aus. Das Vertrauensverhältnis zwischen den anliefernden Bauern – ungefähr 25 Lieferanten - und dem wichtigsten Händler auf dem Gemüse-Grossmarkt war seit mehr als 30 Jahren von Vertrauen und der Freundschaft einer großen Familie geprägt, obwohl niemand mit irgendwem wirklich verwandt war. Aber man kann sich kein besseres Verhältnis wünschen als es zwischen den Parteien herrschte. Das Computerzeitalter hatte in dieser Branche – zumindest unter diesen ungefähr 25 Firmen – noch nicht angefangen – die Lieferungen wurden per Handzettel quittiert, und der Steuerberater, der für alle Firmen gleichermassen arbeitete, war ein fast ebenso alter und mit allen anderen freundschaftlich verbundener Mann, der niemals etwas falsch abgerechnet hatte. Er überprüfte stichprobenartig die Lieferscheine und die Rechnungen – alles war natürlich handgeschrieben – einmal im Monat, und machte sich für die Steuererklärungen seine Eintragungen. Also: eigentlich paradiesische Zustände.
Bis eines Tages der alte Fritz H., einer der ältesten Bauern in der Lieferantengemeinschaft, an einer Lungenentzündung verstarb, er war 85 Jahre alt geworden. Der Sohn, Fritz junior, übernahm das Geschäft, das er selbst ebenfalls schon seit mehr als 20 Jahren gut kannte. Und alles ging genau so weiter wie all die Jahre zuvor. Wirklich?
Dem Steuerberater fiel eine Abweichung auf, und die war auf den Zetteln, die Fritz junior ablieferte. Die angelieferte Menge war immer geringer als auf der Handrechnung aufgelistet. Die Abweichung ging bis zu 20%, und die Differenzen waren keine Schreibfehler oder Irrtümer. Aber, was war auch unsicher, woher das Ganze kam. Fritz junior war – ganz wie der Vater – ein Ausbund an Ehrlichkeit. Der Steuerberater war ganz unsicher, und er wagte nicht, den Fritz anzusprechen. Aber, es musste eine Erklärung gefunden werden. Bei 25 Firmen war dem Steuerberater die Angelegenheit zu riskant, es mit irgendwem zu verderben, indem er offen oder gar versteckt nachfragte, woher die Differenzen kamen. Das war ihm nicht geheuer.
Er kannte Alpha Detective, und er kam zu uns, um unseren Rat einzuholen. Wir machten ihm den Vorschlag, dass wir uns mal alle Firmen ansehen sollten, und gaben dem Steuerberater den Tipp, einen von uns offiziell als seine Aushilfskraft vorzustellen, der sich mal in dieses etwas ungewöhnliche Geschäft einarbeiten wollte. Die Kosten dafür lagen angesichts des Gesamt-Jahresumsatzes aller Firmen zusammen im Promille-Bereich, und das traute sich der Steuerberater zu, diese Ausgaben als Nebenkosten geltend zu machen, wenn es denn nicht anders abzurechnen wäre.
Einer unserer Ermittler, er stammte selbst von einem Bauernhof, machte sich an die Arbeit. Er besuchte die Bauern, einen nach dem anderen und machte sich ein Bild von allen, studierte deren Waren, deren Produktionsmethoden, schlug sogar hier und da etwas vor, was ihm moderner erschien, und er war bald anerkannt – jedermann glaubte dem „Steuerberater“ dieses Märchen. Geübter Beobachter aller Details, warf er bei der Anlieferung der Gemüsekisten immer auch einen Blick quer über die Rechnungszettel. Hier fiel ihm was auf, womit er nicht gerechnet hatte – was ihm aber ein Stück Klarheit zur Lösung des kniffligen und höchst sensitiven Falles gab.
Also – was war passiert? Die Gemüsekisten, die Fritz junior ablieferte, waren immer sehr genau in Übereinstimmung mit den Rechnungen geladen worden, diese Buchhaltung stimmte vorzüglich. Während alle Lieferanten ihre Traktoren zum Abladen in die Markthalle fuhren, tauchte plötzlich Rüdiger auf, der auch ein uralter Gemüsebauer in diesem Kreis war. Er lud ein paar Meter neben Fritz ab, und – das sah unser Ermittler aus den Augenwinkeln – beim Vorbeigehen nahm Rüdiger blitzschnell eine Kiste mit Gemüse vom Lieferstapel von Fritz junior weg, und stellte sie bei sich ab. Das ging so einige Male – Rüdiger bestahl offenkundig seinen Kollegen Fritz systematisch, und da alle - wie immer - in höchster Eile durcheinander wieselten, achtete auch niemand darauf, was hier tatsächlich passierte. Unser Ermittler zählte und beobachtete von nun an sehr detailliert, und siehe da: die 20% waren genau das, was bei Fritz fehlte, weil Rüdiger die Sachen gestohlen hatte. Offenbar wollte Rüdiger gegen Fritz junior etwas unternehmen, und er dachte, niemand würde ihn, Rüdiger, verdächtigen, sondern Fritz wäre der böse Bube, der falsch abrechnete.
Der Steuerberater nahm mit grossem Zorn und noch größerer Enttäuschung den Bericht unseres Mitarbeiters zur Kenntnis, und als er auch noch die heimlich geschossenen Fotos zu sehen bekam, die genau zeigten, wie Rüdiger die Kisten von Fritz junior wegtrug und bei sich abstellte – da fing er fast an zu weinen, so groß war die Enttäuschung.
Wie ging das Ganze weiter?
Der Steuerberater lud kurz danach alle 25 Lieferanten zu einer ausserordentlichen Generalversammlung ein, und er verlas ihnen dabei ohne merkbare Emotionen den Bericht, den unser Ermittler für ihn angefertigt hatte. Die Fotos wurden gleichzeitig über einen Beamer gezeigt. Und als die versammelten Bauern auf den Fotos erkannten, was da passiert war, da merkte Rüdiger, dass er nun besser gehen sollte….
Er rannte davon, und hätte er nicht so nah an der Tür gesessen, hätten ihn die anderen Bauern noch geschnappt und windelweich geprügelt. Gut, dass es nicht dazu kam….
Rüdiger wurde natürlich sofort aus dem Lieferantenkreis ausgeschlossen, er zahlte die gestohlenen Waren an Fritz junior, und nach ungefähr einem halben Jahr verkaufte er seinen Hof und zog weit weg. |