Leumundsüberprüfung

Ganz klar, seien Sie sich sicher - die Leumundsüberprüfung 

Ein großes Geschäfts steht an und Sie müssen unauffällig den Leumund prüfen?

Sie brauchen Beweise dafür, dass Ihr Leumund beschädigt wird?


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Der etwas veraltete Begriff „Leumund“ ist eine Bezeichnung für die Einschätzung, die andere über eine Person haben. Wie diese Definition aussagt, ist es die Einschätzung, also, eine Meinung. Oftmals gibt es kaum belegbare Beweise, häufig gibt es aber stattdessen mehr Gerüchte und Vermutungen… Nur – ein Leumund, der auf Gerüchten basiert, ist nichts wert. Es muss schon Belege geben, wenn wir uns darum kümmern sollen.

Wir, die Alpha Detective, haben schon manchen Fall gelöst, in dem es darum ging, die Geschichte hinter einer solchen Leumund-Bewertung zu klären.

Die interessanteste und spektakulärste Angelegenheit war der Fall mit dem Grafen P., der seinen jugendlichen Freund Franz G. adoptieren wollte, damit der sein ihm zugedachtes Erbe standesgemäß antreten konnte, und vielleicht sogar konnte er der reizenden Baronesse Adelheid näher treten….

Ein bisschen viel zum Anfang?

Also, ganz langsam:
Der Auslöser zu diesem Auftrag lag schon viele Jahre zurück. Graf P. war zur Bärenjagd in Rumänien, in den Karpaten. Die Familie hatte einen Seitenzweig auf dem Balkan, aus der Zeit, als die Sachsen nach Siebenbürgen eingeladen worden waren, dort zu siedeln. Im 12. Jahrhundert zogen die ersten deutschen Siedler in das Gebiet das im heutigen Rumänien liegt. Trotz vielfältiger Bemühungen der jeweiligen Landesherren dort konnten diese Siedler ihre deutschen Traditionen stets lebendig erhalten, behielten ihren etwas altmodisch klingenden deutschen Dialekt bei und waren als tüchtige Handwerker, aber auch als Wissenschaftler, Lehrer und Handelsleute sehr begehrt und erfolgreich.
Es war ein Geheimtipp, in den 60er Jahren in den Karpaten Bären zu schiessen, und die lokalen Behörden verdienten eine Menge Geld mit jedem Schuss, der dort abgegeben werden durfte. Als Fremdenführer, Dolmetscher und Reiseleiter wurden von den Jägern aus Deutschland sehr gern Abkömmlinge der deutschen Familien gewählt, und wie üblich in jenen Jahren, musste die „Securitate“, die staatliche Geheimpolizei, jedem einzelnen  ihren Segen zu diesem Job geben.

Franz hatte – auf staatlichen Druck – seinen deutschen Namen ablegen und ihn durch einen Familiennamen ersetzen müssen, der ihn nicht auf Anhieb als deutschstämmig auswies. Aber die deutschen Jäger nannten ihn ohnehin immer nur Franz – und der Nachname spielte keine Rolle.

Als Graf P. zum dritten Mal zur Jagd in den Karpaten war, stürzte er in einem unzugänglichen Waldgebiet so unglücklich - bei einer nächtlichen Pirsch - dass er sogar  für einige Stunden verschwunden war. Franz, der ihm offiziell zugeteilt war, konnte diesen mysteriösen Unfall nicht verhindern, weil der Graf ihn zum Auto zurückgeschickt hatte, um etwas zu holen – Graf P. war also allein, als der Sturz passierte. Gut, als Franz zum vereinbarten Platz zurückkam und den Grafen nicht fand, dachte er sich schon, was passiert sein musste, und trotz dunkler Nacht machte er sich sofort auf die Suche. Gegen Morgen, als es gerade dämmerte, fand er den Grafen, der sich bei dem Sturz ein Bein gebrochen hatte, in eine Mulde gefallen und inzwischen halb erfroren war. Graf P. verdankte sein Leben also in der Tat der aufopferungsvollen und treuen Suche, die Franz mitten in der Nacht durchgeführt hatte.

So kam es, dass Graf P. alle Hebel in Bewegung setzte, um Franz eine Ausreise zu beschaffen, und er hatte nach einigen Jahren sogar Erfolg damit: Franz durfte aussiedeln. Man verstand sich prima, und da der kinderlose Graf P. inzwischen Witwer geworden war, wurde Franz, der seinen deutschen Namen wieder angenommen hatte, zu seinem ständigen treuen Begleiter und Kümmerer.

Die Idee der Adoption lag also auf der Hand, nur – so einfach ist das alles nicht – schon gar nicht in Adelskreisen. Wir bekamen den Auftrag, sehr diskret im Werdegang von Franz G. nachzugraben und eindeutige und belegbare Beweise für seine – hoffentlich – saubere Vergangenheit beizubringen – also eine klassische Leumundsüberprüfung durchzuführen.  

Die Geschichte lief glatter als wir befürchtet hatten. Dank der Tatsache, dass die Akten der Siebenbürger Sachsen immer sehr viel besser geordnet waren als die der anderen Bürger, gelang es uns, mit Hilfe unserer örtlichen Freunde aus einer dortigen Detektei alle gewünschten und erforderlichen Belege innerhalb nur weniger Monate beizubringen.

Zu unser aller Erleichterung waren die Auskünfte über Franz G. absolut ohne Schatten, und sein unbefleckter Leumund strahlte wie frisch gefallener Schnee im Sonnenschein.  

Dieser Teil der Voraussetzung für eine Adoption war also von Alpha Detective erbracht worden – damit war unser Auftrag mit Bravour erledigt.

Wenig später entnahmen wir der Berichterstattung in der Yellow Press, dass es eine Verlobung zwischen Franz Graf P. und einer gewissen Baronesse Adelheid gegeben hatte…

 

 
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