Spesenbetrug | Spesenmanipulation

Haben Sie ein komisches Gefühl im Bauch bezüglich gewisser Spesenabrechnungen?

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Der Grundsatz des erfolgreichen Vertriebsleiters Dr. G. hat schon immer gestimmt: eine erfolgreiche Firma muss zum Kunden hingehen und darf nicht warten, bis der Kunde zum Lieferanten kommt.

Weit entfernt wohnende Kunden – im wahrsten Wortsinn selbst in „Hinterindien“ - belohnen solche Besuche gern mit grosszügigen Aufträgen – wobei die emotionale Freude über den seltenen Besuch oftmals sogar auch eine Rolle spielt – zumal dann, wenn das Auftreten des Besuchers angemessen war…!  

Die Aufgeschlossenheit und Zuwendung der heute in der ganzen Welt umherreisenden Vertriebsleute hat nach beiden Seiten hin zu erfolgen – zum eigenen Unternehmen wie aber auch zum Kunden. Verantwortungsvolle Vertriebsleute treten auf, als wären sie die alleinigen Vertreter ihres Unternehmens. Verantwortungsvolle Unternehmer behandeln ihre Vertriebsleute entsprechend.  

Das bedeutete also, dass Dr. G. Dienstreisen in diesem Unternehmen selten nur restriktiv behandelte: „die Front ist draussen!“

Dass inzwischen aber viele moderne Elemente auf dem Markt waren – von Telefonkonferenzen und Videokonferenzen bis hin zu „live-chats“, also Direktunterhaltungen online am PC – das hatte der alte Chef noch nicht so richtig erkannt. Die Reisekosten waren enorm gestiegen, die auf Reisen verbrachte Zeit stand in keinem gesunden Verhältnis zum Nutzen – es musste schliesslich an allen Enden gespart werden.

Alle beugten sich – mehr oder gern – diesen Sparzwängen. Nur Hans H., seit einiger Zeit als junger Ingenieur im Vertrieb tätig, machte nicht mit.
Er stammte aus einem  hervorragendem „Stall“, seine Eltern waren stadtbekannte Kunstsammler, sponserten die Kulturszene des ganzen Kreises, der Vater verdiente sein Geld als Wissenschaftler mit wichtigen Gutachten.

Hans hatte also bei Dienstantritt Vorschusslorbeeren von allen Seiten bekommen, er war von Anfang an so eine Art „Star“. Aber  nun moserte er gegen die Anordnungen zum Sparen. Er bestand darauf, dass seine Kunden persönlich besucht werden müssten – und zwar durch ihn. Und er bestellte weiterhin seine Flugtickets und liess teure Hotels für sich buchen.

Ein vertrauliches Telefongespräch, welches der Vertriebschef mit einem der wichtigsten Kunden führte, den Hans gerade besucht hatte, löste größtes Erstaunen aus: „nein“, sagte dieser Kunde – „Hans H. – den kenne ich nur vom Telefon. Der ist noch nie persönlich bei mir gewesen….“

Dr. G. kam zu uns, den Alpha Detectiven, und fragte uns nach unserer Meinung. Wir rieten ihm dazu, Hans H. beschatten zu lassen, und sogleich erteilte Dr. G. uns diesen Auftrag.

Die nächste Reise, die Hans H. antreten wollte, sollte in die Arabischen Emirate gehen – Abu Dhabi, Dubai, Sharjah – ein Visum ist hier schon gar nicht mehr nötig. Die Hotels bieten Luxus pur, und es ist ein teures Vergnügen, dorthin zu reisen. Dr. G. hätte diese Reise rundheraus verbieten können, wollte aber die Chance nicht verpassen, Hans H. vielleicht auf frischer Tat bei Untreue zu erwischen.    

Einer unserer Arabien-erfahrenen Ermittler stieg in das gleiche Flugzeug, das auch Hans H. nahm, wir hatten ein Zimmer im gleichen Hotel gebucht. Nach Ankunft in Dubai beobachteten wir – in der Hotel-Lobby sitzend - ob sich unser Vogel denn mit irgendeinem Kunden traf. Oh ja, das geschah: er traf sich mit einer hübschen jungen Dame, die kurz nach seiner Ankunft im Hotel erschien. Man begrüßte sich mit einer innigen und herzlichen Umarmung, und gemeinsam verschwanden die beiden im Hotelzimmer, das Hans im Hotel bewohnte.
Zwei Stunden später tauchten die beiden am Pool auf.
Am Abend hatten die beiden Reisenden einen Tisch im berühmten französischen Restaurant gebucht, und man speiste ganz vorzüglich…

Am nächsten Tag brauste Hans bereits früh am Morgen - mit seiner charmanten Begleitung - im selbst gefahrenen Jeep davon, auf eine Wüstenrundreise, wie uns der Portier erklärte. Solche Reisen dauern einen ganzen Tag – und kosten ein Vermögen.

In diesem Stil ging es weiter – ohne, dass wir irgendwen sahen, den man hätte als Kunden bezeichnen können.

Wir reisten nach Hause, Hans H. kam wenige Tage später ebenfalls zurück.

Dr. G. legte uns den bald von Hans H. eingereichten Reisekostenbericht vor. Die geltend gemachten Kosten – zumindest die der ersten drei Tage, solange wir noch dabei waren – waren ausnahmslos nicht aufgrund von dienstlicher Notwendigkeit entstanden, sondern entfielen nur auf die privat unternommenen Aktivitäten, die wir ja Schritt für Schritt verfolgt hatten.    

Unser Bericht, mit Fotos, und angereichert mit Aussagen des Hotelpersonals, ergab das genau entgegen gesetzte Bild: die als Reisekosten deklarierten Ausgaben während dieser Dienstreise von Hans H. waren zu großen Teilen nur für private Zwecke ausgegeben worden.    

Damit war ein für allemal der Beweis erbracht worden, dass hier massiver Spesenbetrug vorlag. Die dafür notwendigen Belege wurden durch die erfahren und diskret ermittelnden Alpha Detective erbracht.

 

 
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